Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, Forschungsbibliothek in Halle (Saale), Deutschland
Die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen ist eine Forschungsbibliothek in Halle (Saale). Ihr barocker Saal, von 1726 bis 1728 in massiver Steinbauweise errichtet, gilt als ältester noch erhaltener Bibliothekszweckbau Deutschlands. Die wie Theaterkulissen aufgestellten Regale beherbergen etwa 27.000 alte Drucke in vielen Sprachen.
August Hermann Francke gründete die Bibliothek Anfang des 18. Jahrhunderts am Waisenhaus in Glaucha, heute Teil der Franckeschen Stiftungen. Durch das Vermächtnis Carl Hildebrands von Canstein (1667–1719) wuchs der Bestand bis 1725 auf etwa 18.000 Bände. Von 1726 bis 1728 entstand ein steinernes Bibliotheksgebäude, das als ältester erhaltener Bibliothekszweckbau Deutschlands gilt. Im 19. Jahrhundert wurde sie Schulbibliothek der Lateinischen Hauptschule, 1952 Außenstelle der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt.
Der Bestand dokumentiert pädagogische Ansätze aus mehreren Jahrhunderten und zeigt, wie Bildung und religiöse Vermittlung hier zusammenhingen. Beim Durchgang durch die Räume wird deutlich, wie Lehr- und Lernmethoden damals praktiziert wurden.
Der Ort befindet sich innerhalb eines größeren Komplexes mit verschiedenen Gebäuden und Funktionsbereichen, die zusammen ein historisches Ensemble bilden. Es ist sinnvoll, die Orientierung im Voraus zu planen, da mehrere verschiedene Zonen und Sammlungen besucht werden können.
Der barocke Saal ist eine Kulissenbibliothek: Die Regale stehen wie Theaterkulissen frei im Raum, eine Aufstellung, die wohl englischen College-Bibliotheken folgte. Dort sind noch etwa 27.000 alte Drucke in vielen Sprachen aufgestellt; der Bau von 1726 bis 1728 gilt als ältester erhaltener Bibliothekszweckbau Deutschlands.
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