Lange Riege, Arbeitersiedlung in Hagen, Deutschland.
Die Lange Riege ist eine Arbeitersiedlung in Hagen, bestehend aus acht aneinandergereihten einstöckigen Häusern mit Ställen im hinteren Bereich, die im Bergischen Fachwerkstil erbaut wurden. Die Gebäude entstanden entlang des Selbecker Bachs und zeigen das typische Merkmal dieser Wohnform, bei der Wohnraum und Produktionsflächen eng miteinander verbunden sind.
Die Siedlung wurde zwischen 1665 und 1666 vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm zu Brandenburg errichtet, um Klingenschmiede aus Solingen anzusiedeln. Diese Initiative markierte den Beginn der Eisenverarbeitung in dieser Region und legte den Grundstein für eine Industrie, die Hagen über Jahrhunderte prägte.
Die Arbeitersiedlung war ein Zentrum für Klingenproduktion, wo Schleifwerkstätten, Stahlhämmer und Härteöfen nebeneinander funktionierten. Diese Handwerksstätten bildeten ein vollständiges Produktionssystem, das die lokale Wirtschaft über Generationen hinweg prägte.
Die Siedlung befindet sich an der Riegestrasse 6-18 und kann das ganze Jahr über von außen besichtigt werden, ohne dass ein Eintrittsgeld erforderlich ist. Der beste Weg, die Architektur und das Gelände zu verstehen, ist ein ruhiger Spaziergang entlang der Häuserreihe und des dahinter fließenden Baches.
Dies ist die älteste Arbeitersiedlung in Westfalen und hat seine ursprüngliche Gebäudestruktur über drei Jahrhunderte hinweg bewahrt. Die Tatsache, dass die acht Häuser noch immer in ihrer ursprünglichen Form stehen, macht sie zu einem seltenen Zeugnis von Handwerksleben aus dem 17. Jahrhundert.
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