Hausmannsturm, Stadttor in Helmstedt
Der Hausmannsturm ist ein viereckiger Turm mit einer Höhe von etwa 36 Metern und einem spitz zulaufenden Dach, das mit Ziegeln eingedeckt ist. Das Bauwerk besteht aus Ziegeln und Sandsteinblöcken und verfügt über einen gewölbten Durchgang mit spitzem Bogen, durch den früher Menschen und Wagen passieren konnten. An der Westseite zeigt eine spätgotische Reliefplastik die Krönung Mariens, und oben auf dem Dach befinden sich vier kleine Dachgauben, die dem Turm seine unverwechselbare Silhouette geben.
Der Turm wurde zuerst 1286 erwähnt und erhielt sein heutiges Aussehen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als er das letzte Tor war, das den Stadtring von Helmstedt vollendete. Das Bauwerk war Teil der Stadtmauer und gehörte zu einem System von acht Türmen, von denen heute nur noch vier erhalten sind.
Der Name Hausmannsturm stammt vom Hausmann, dem Wächter der Stadt, der hier lebte und die Bewohner mit Hornsignalen warnte oder sie zu besonderen Anlässen mit Musik erfreute. Heute wird diese Tradition jeden Samstag um 12 Uhr fortgesetzt, wenn das Horn vom Turm ertönt und die Menschen auf das Wochenende einstimmt.
Der Turm liegt an der Neumärker Straße im Stadtzentrum von Helmstedt und ist leicht zu Fuß erreichbar. Die Gegend um den Turm ist flach und die Straßen sind gut für Fußgänger geeignet, sodass man das Bauwerk von außen ohne besondere Anstrengung besichtigen kann.
Der Hausmann, der Wächter, hatte zwei Gehilfen und einen Lehrling und wohnte direkt im Turm, um jederzeit Alarm blasen oder die Stunde ankündigen zu können. Seine Hornrufe waren im Alltag der Stadt so wichtig, dass die Tradition bis heute fortlebt und Menschen aus nah und fern die samstägliche Hornblaserei nicht verpassen möchten.
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