Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus, Musikmuseum in Halle, Deutschland.
Das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus ist ein Musikmuseum in einem wiederhergestellten Renaissancebau in Halle, das Musikinstrumente, Dokumente und Kunstgegenstände aus mehreren Jahrhunderten zeigt. Das Haus beherbergt Ausstellungen zur deutschen Musikgeschichte und ermöglicht es Besuchern, historische Kompositionen über mehrere Hörstationen zu erleben.
Wilhelm Friedemann Bach wirkte von 1746 bis 1764 als Organist an der Marktkirche und zog 1762 oder 1763 in ein Quartier der Clausbadstube, eines 1554 errichteten Badehauses auf dem Eckgrundstück der heutigen Großen Klausstraße 12. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte das Grundstück der Innung der Bader. Der Saale-Flügel wurde 1834 wegen Baufälligkeit abgerissen, 1874 erhielt der Renaissanceflügel ein zweites Obergeschoss.
Die von der Stiftung Händel-Haus seit dem 30. Mai 2012 gezeigte Ausstellung „Musikstadt Halle“ widmet im ersten Obergeschoss sieben Komponisten je einen Raum: Samuel Scheidt, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian und Wilhelm Friedemann Bach, Johann Friedrich Reichardt, Carl Loewe und Robert Franz. Das 20. Jahrhundert blieb aus Platzgründen außen vor. Eine rekonstruierte Bohlenstube des 16. Jahrhunderts, historische Instrumente des 18. und 19. Jahrhunderts und der für Veranstaltungen genutzte Salon Robert Franz ergänzen den Rundgang.
Das Haus steht an der Großen Klausstraße 12, Ecke Hallorenring, wenige Schritte vom Marktplatz und der Marktkirche entfernt, an der W. F. Bach Organist war. Die Ausstellung „Musikstadt Halle“ liegt im ersten Obergeschoss; die Bohlenstube, der Salon Robert Franz und ein Raum zur Baugeschichte befinden sich in den Geschossen darunter. Das Haus ist Sitz des Landesmusikrates Sachsen-Anhalt und von Mitteldeutsche Barockmusik, einzelne Räume können daher für Sitzungen belegt sein.
Das Gebäude bewahrt eine Bohlenstube aus dem 16. Jahrhundert, ein speziell isoliertes Zimmer, das historische Musikinstrumente zeigt und alte Praktiken des häuslichen Musizierens veranschaulicht. Dieses seltene Merkmal gibt Besuchern Einblick in die Art und Weise, wie Musik in Privaträumen vergangener Zeiten erlebt wurde.
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