Winterpalais, Palast in Gotha, Deutschland.
Das Winterpalais in der Friedrichstraße 2 war ein klassizistisches Stadtschloss, das 1822–1823 nach Plänen des Hofbaurats Heinrich Andreas Poersch weitgehend neu errichtet wurde. Die nördliche Verlängerung, ein nach Westen abknickender Seitenflügel mit Durchfahrt, ein neues Treppenhaus und neu gestaltete Fassaden machten es praktisch zu einem Neubau; nur im Keller und Sockel blieben Reste des Vorgängerbaus erhalten. 2010 wurde es zu weiten Teilen abgerissen und durch einen 2014 fertiggestellten Neubau ersetzt.
Das Palais wurde 1822 als Stadtresidenz errichtet und diente zunächst als Wohnstätte der Herzogin Caroline Amalie von Hessen-Kassel. Nach ihrem Tod 1848 übernahmen Staatsminister das Gebäude, später nutzte es die Presse für Veröffentlichungen bis zur Zerstörung 2010.
Seinen Namen trägt das Winterpalais nach seiner Nutzung als Winterwohnung; Herzogin Caroline Amalie lebte ab 1821 hier und starb am 22. Februar 1848 im Haus. Im August 1845 besuchten Königin Viktoria und Prinz Albert sie im Palais, worüber die Privilegirte Gothaische Zeitung berichtete. Nach 1918 diente das Gebäude Fürsorgeeinrichtungen, einer Bezirksbibliothek und einer Industriekammer, ab 1938 wurde hier das NS-Blatt Gothaer Beobachter hergestellt.
Das Palais wurde 2010 zu weiten Teilen abgerissen und durch einen 2014 fertiggestellten Neubau ersetzt; von der Anlage von 1822 sind oberirdisch nur Reste im Keller und Sockel an der Hofseite erhalten. Das Grundstück liegt an der Friedrichstraße 2 vor dem ehemaligen Siebleber Tor.
1938 kam der Verlag des NSDAP-Organs „Thüringer Gauzeitung – Gothaer Beobachter“ und eine Filiale des Hetzblatts „Der Stürmer“ ins Haus; dafür wurde der Südbalkon abgetragen und zwei Südzimmer für einen größeren Eingang beseitigt. Ab 1949 war das Palais Sitz der DDR-Tageszeitung „Das Volk“, des Organs der SED-Bezirksleitung Erfurt.
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