Altes Rathaus, Renaissancerathaus in Gotha, Deutschland.
Das Altes Rathaus ist ein Verwaltungsgebäude im Renaissance-Revival-Stil mit einem charakteristischen 35 Meter hohen Turm, der mit einer Aussichtsplattform ausgestattet ist. Seine rote Fassade hat der Gemeinde den inoffiziellen Namen Rotes Rathaus eingebracht und prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild.
Das Gebäude wurde 1567–1577 nach Plänen der Baumeister Caspar Mans, Christoph Goetze und Nicolaus Rausch an Stelle eines hölzernen Vorgängerbaues errichtet und diente zunächst als Kaufhaus. 1640 bis 1646 war es Wohnhaus des ersten Herzogs von Sachsen-Gotha-Altenburg, Ernst I., bis dieser in das von ihm errichtete Schloss Friedenstein umzog. Nach dem Stadtbrand 1665 erfolgte der Wiederaufbau und Umbau zum Rathaus unter Baumeister Rudolphi.
An der Nordseite sieht man Porträts von Ernestinischen Herzögen, während die Westseite regionale Fürstenwappen zeigt. Diese Darstellungen erinnern an die enge Verbindung zwischen der Stadt und der lokalen Herrschaft.
Der Turm ist für Besucher zugänglich und bietet von der Aussichtsplattform einen guten Überblick über das Zentrum der Stadt. Es ist ratsam, die Öffnungszeiten zu prüfen und die Treppen zum Turm sind etwas steil, daher sollte man mit entsprechender Fitness rechnen.
Am großen Zifferblatt im Nordgiebel sitzt ein vergoldeter Kopf, im Volksmund Grumbachskopf, der an den 1567 hingerichteten Ritter Wilhelm von Grumbach erinnern soll. Sein beweglicher Unterkiefer klappt zu jeder vollen Stunde beim Schlag der Rathausuhr nach unten. Das Uhrwerk lieferte 1908 die Firma Weule aus Bockenem.
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