Augustinerkirche, Kirchengebäude in Gotha, Deutschland
Die Augustinerkirche Gotha ist ein Hallenkirchenbau mit langem Chor und entstand ohne Turm, da sie als Bettelordenskirche geplant wurde. Die Innenräume offenbaren diese besondere Bauform, die den Raum für die Gemeinde maximierte und ganz von oben Licht einließ.
Das Gebäude entstand 1216 unter Zisterzienserinnen und kam 1258 zu Augustinermönchen, die es dann erweiterten und umgestalteten. Diese Übertragung an einen neuen Orden brachte Veränderungen mit sich, die das Erscheinungsbild des Komplexes grundlegend prägten.
Die Kirche heißt auch Salvatorkirche; ihr Name erinnert an die Augustiner-Eremiten, die den Ort 1258 übernahmen, das erste Kloster des Ordens in Thüringen. In der Fürstenloge erinnert ein Stuckelefant an den Elefantenorden, den der dänische König Christian I. Herzog Heinrich I. verlieh; Putten halten Bänder mit dem Herzogsmotto „Pietate prudentia et iustitia“.
Die Kirche steht am Klosterplatz 6 in der Gothaer Altstadt, nördlich schließt sich das ehemalige Augustinerkloster an. Der gotische Kreuzgang von 1366 ist vollständig erhalten und birgt Grabsteine, die 1904 vom einstigen Alten Gottesacker hierher versetzt wurden. Das Kircheninnere wurde zwischen 1991 und 1993 restauriert.
Die meisten Grabsteine und Epitaphe im Kreuzgang wurden 1904 vom einstigen Friedhof I, dem Alten Gottesacker zwischen heutiger Bohnstedtstraße und Eisenacher Straße, hierher versetzt. Eine Platte trägt die lateinische Mahnung „Homo bulla, memento mori!“ – der Mensch ist eine Wasserblase, bedenke, dass du sterblich bist. Die zur Wand gekehrte Seite des Steins für den Pädagogen Johann Georg August Galletti ist seiner zweiten Frau Wilhelmine gewidmet.
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