Haus der Gesundheit, Medizinisches Gebäude im Alexanderplatz-Viertel, Berlin, Deutschland
Das Haus der Gesundheit ist ein sechsgeschossiger, sandsteinverkleideter Bau mit trapezförmigem Grundriss nahe dem Alexanderplatz, dessen nach Südosten ausgerichtete Hauptfassade an der früheren Landsberger Straße lag. Die Schauseite ist eine Werkstein-Pfeilerfassade mit flachen Seitenrisaliten, kleinteiligen Sprossenfenstern und ovalen sowie rechteckigen Sandstein-Reliefs aus der Werkstatt der Berliner Bildhauer Zeyer & Böhme. Über drei gleichartigen Vollgeschossen, die ein zentrales Treppenhaus erschließt, sitzen ein niedrigeres Attikageschoss und ein zurückgesetztes Dachgeschoss; das mächtige Eingangsportal rahmen eine Supraporte und zwei stuckverzierte Pilaster.
1913 entstand der Block Haus am Zentrum nach Plänen des Bauunternehmers Oscar Garbe, die Fassaden entwarfen Hans Liepe und Reinhard Gerres. Nach Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude wiederaufgebaut und um ein zusätzliches, nur verputztes Attikageschoss erhöht. Beim Neubau der Karl-Marx-Allee wurde der Straßengrundriss aufgegeben, seither steht das Haus schräg zur übrigen Gebäudeflucht.
1923 erhielt das Haus seinen Namen Haus der Gesundheit, als die Vereinigten Krankenkassen Berlin hier eines der ersten interdisziplinären Ärztehäuser einrichteten. Ab 1934 führten die Nationalsozialisten es als Haus der Volksgesundheit; 1942 zog das Diagnostische Zentralinstitut ein, 1943 die Diabetes-Zentrale des Verbandes der Berliner Ortskrankenkassen. Der frühere Name Haus am Zentrum lebt nur in der Vorgeschichte des Baus weiter.
Das Gebäude beherbergt heute verschiedene medizinische Fachbereiche und ist ein aktiver Ort für Gesundheitswesen in der Innenstadt. Besucher können die Umgebung um Alexanderplatz herum erkunden und das Gebäude von außen als Teil der historischen Straßenfront wahrnehmen.
Vom ursprünglichen Interieur ist die repräsentative Haupttreppe erhalten, mit messingbeschlagenen Treppenwangen und Handläufen, geschmiedeten Geländern und einigen Türstürzen aus mehrfarbigem Marmor. Das 1916 eröffnete Kino Eden lief bis 1952 unter dem Namen Universum, neben Läden und Arztpraxen im selben Block.
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