Pierre-Boulez-Saal, Konzertsaal in Berlin, Deutschland
Der Pierre-Boulez-Saal ist ein Kammermusiksaal in der Barenboim-Said Akademie an der Französischen Straße in Berlin-Mitte. Sein ovaler Saal fasst bis zu 682 Zuschauer um eine zentrale Bühne, mit zwei geschwungenen Ranglevels und Wänden aus hellem kanadischem Zedernholz. Der 320 Tonnen schwere Doppelring-Rang scheint zu schweben, da er nur an fünf Stellen verankert ist.
Das Gebäude wurde zwischen 1951 und 1955 von Richard Paulick als Kulissendepot der Staatsoper Unter den Linden wiederaufgebaut und diente bis 2010 diesem Zweck. Berlin überließ Daniel Barenboim das Haus per Erbbaurechtsvertrag für einen Euro pro Jahr auf 99 Jahre; die Renovierung begann 2014. Der Pierre-Boulez-Saal wurde am 4. März 2017 mit einem von Barenboim dirigierten Konzert eröffnet, anwesend war Bundespräsident Joachim Gauck.
Der Saal ist die Hauptspielstätte der Barenboim-Said Akademie, einer Musikhochschule, die nach Daniel Barenboim und Edward Said benannt ist und bis zu 90 Stipendiaten aus dem Nahen Osten und Nordafrika unterrichtet. Ihr Orchester debütierte im April 2023 unter Barenboim, und die Studierenden geben hier regelmäßig Akademiekonzerte.
Der Saal liegt im rückwärtigen Teil des früheren Kulissendepots der Staatsoper an der Französischen Straße in Mitte, nahe der Humboldt-Universität. Beim Umbau 2014/2015 blieb das denkmalgeschützte Äußere erhalten, das Innere wurde neu gebaut; der Zugang führt durch das Eckgebäude. Der Saal fasst bis zu 682 Besucher, und die Sitzreihen lassen sich je nach Besetzung ein- und ausfahren.
Der Architekt Frank Gehry und der Akustiker Yasuhisa Toyota schufen einen Raum, in dem Musiker auf Augenhöhe mit dem Publikum auftreten. Diese ungewöhnliche Anordnung schafft eine direkte Verbindung zwischen Künstler und Zuhörer, die in den meisten Konzertsälen selten ist.
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