St. Johannes, Lutherische Kirche in Kücknitz, Deutschland
St. Johannes ist ein lutherisches Kirchengebäude in Kücknitz, das sich durch einen massiven Turm, ein rundbogiges Portal und eine Außentreppe vom Kirchplatz zum Haupteingang auszeichnet. Der Sakralbau verfügt über eine zeitgenössische innere Ausstattung, darunter ein bronzenes Taufbecken der Oehlschlaeger-Metallwerkstätten und ausdrucksstarke Glaskunst.
Die Planungen für eine evangelische Kirche in Kücknitz begannen nach der Gründung des Hochofenwerks in Herrenwyk. Architekt Carl Mühlenpfordt entwarf St. Johannes im Stil der Heimatschutzarchitektur; die Grundsteinlegung erfolgte am 26. November 1909, die Einweihung am 27. November 1910, dem ersten Advent. 1955/1956 wurde das Kirchenschiff um sieben Meter verlängert, mit drei weiteren Rundbogenfenstern auf der Südseite und einer Sakristei unter der verlängerten Empore.
Die Kirche ist Johannes dem Evangelisten geweiht, nicht Johannes dem Täufer, und ihr Name verweist auf das Johannesevangelium. Unterhalb des Fensters an der Südwand hängt ein 1988 von Uwe Beckmann geschaffener Bilderzyklus zum Johannes-Evangelium. Seit 1984 steht zudem eine Eisenskulptur eines Schmelzers mit dem Spitznamen „Der heilige Eisenius“ in der Kirche, ein Bezug auf das Hochofenwerk Herrenwyk, das den Bau auslöste.
Der Zugang erfolgt über eine Außentreppe von der vorgelagerten Kirchen-Platzfläche, was die Bewegung zwischen außen und innen deutlich macht. Besucher sollten beachten, dass die Beleuchtung im Inneren durch die modernen rundbogigen Fenster gestaltet wird, was das Erlebnis der Kunstwerke beeinflusst.
Die neueste Glocke im Turm wurde im Dezember 2006 bei der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe gegossen und klingt im Ton e1. Zusammen mit der Dominica-Glocke (cis2) und der Evangelica-Glocke von 1950 (a1) erklingt das Geläut in der Folge e1–a1–cis2.
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