Venus impudique, Prähistorische Elfenbeinskulptur im Musée de l'Homme, Frankreich
Immodest Venus ist eine etwa 8 Zentimeter große Frauenfigur aus Mammutelfenbein, die einen flachen Bauch und keinen erhaltenen Kopf aufweist. Das Objekt zeigt die charakteristische Schnitzarbeit der Magdalénien-Zeit und wurde mit beachtlicher Präzision aus diesem wertvollen Material hergestellt.
Die Figur wurde 1864 in Laugerie Basse vom französischen Marquis Paul de Vibraye entdeckt und gilt als erste Venus-Figur, die auf französischem Boden gefunden wurde. Dieser Fund markierte einen wichtigen Moment bei der Identifikation prähistorischer weiblicher Darstellungen in Westeuropa.
Die Figur zeigt eine junge weibliche Form mit sich entwickelnden Merkmalen, die einen Kontrast zu anderen Venus-Statuen bildet, die üblicherweise ausgewachsene Frauen darstellten. Diese Darstellung unterscheidet sich deutlich von den reifen Körperformen, die in anderen prähistorischen Frauenfiguren dieser Zeit zu sehen sind.
Im Musée de l'Homme in Paris können Besucher dieses Artefakt aus der Magdalénien-Zeit in einer dafür vorgesehenen Ausstellung untersuchen. Das Kunstwerk ist hinter Glas ausgestellt, um seine gut erhaltene Oberfläche und die feinen Schnitzdetails zu schützen.
Die Figur erhielt ihren Namen als bewusster Gegensatz zu klassischen Venus-Darstellungen, die Bescheidenheit durch Verdecken von Körperteilen ausdrückten. Dieser ironische Name verweist auf die ungewöhnlich freie und offene Darstellung des weiblichen Körpers in dieser prähistorischen Schnitzerei.
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