Kastell Visegrád–Sibrik, Römische Militärfestung auf dem Sibrik-Hügel, Visegrád, Ungarn.
Castra Ponte Navata, in der Antike wohl Pone Navata genannt, ist ein spätrömisches Kastell auf dem Sibrik-Hügel über Visegrád. Die 1,1 bis 1,2 Meter starken Mauern umschließen einen unregelmäßigen, etwa dreieckigen bis drachenviereckigen Grundriss von rund 114 × 130 Metern mit elf hufeisenförmigen Seitentürmen und drei fächerförmigen Ecktürmen. Im Inneren waren nur kleine Räume an die Mauerinnenseite angebaut.
Die Festung wurde im vierten Jahrhundert als Teil der Pannonia Limes errichtet, um die Ostgrenze des Römischen Reiches zu sichern. Später wurde der Platz als ungarische Burg genutzt, nachdem das Gebiet in neue Hände überging.
Der Name Visegrád, 1009 erstmals schriftlich erwähnt, bedeutet „Hohe Burg“ und geht wohl auf slawische Siedler des 9. Jahrhunderts zurück. Nach der ungarischen Landnahme wurde die reparierte römische Wehrmauer zur Burg Visegrád, Sitz einer der ersten ungarischen Gespanschaften. Im Kastell gefundene Altarsteine und Statuen sind im Salomon-Turm in Visegrád ausgestellt.
Der Ort kann über Wanderwege auf dem Sibrik-Hügel erreicht werden, wo Grundmauern und Verteidigungsstrukturen für Besucher zugänglich sind. Es ist ratsam, festes Schuhwerk zu tragen, da das Gelände uneben ist und die archäologischen Überreste teilweise in den Boden eingebettet sind.
Im fächerförmigen Nordost-Eckturm fanden die Ausgräber Ziegel mit dem Namen des Terentius Dux, eines bis 371 amtierenden Befehlshabers. Altarsteine und Statuen aus dem Kastell sind heute in der Ausstellung im Salomon-Turm in Visegrád zu sehen. In einer Ecke der Anlage steht ein Privathaus.
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