Béke Cave, Kalksteinhöhle im Nationalpark Aggtelek, Ungarn.
Die Béke-Höhle ist eine 7.183 m lange Höhle im triadischen Kalkstein, die zweitlängste im Aggteleker Karst. Ihr 3.650 m langer Hauptgang wird vom Komlós-Bach durchflossen und ist im Mittel 4–5 m breit und 8–10 m hoch. Der Bach hat rund 430 Travertinbarrieren aufgeschüttet, die 123 unterirdische Seen stauen; die Óriás-terem-Halle misst etwa 60 m Länge, 20 m Breite und 18 m Höhe.
1938 vermutete Hubert Kessler, dass die Komlós-Quelle zu einem anderen System als die Jósva-Quelle gehört. László Jakucs widerlegte dies 1952, indem er den Styx-Bach einfärbte, der nur in der Jósva-Quelle wieder auftauchte; danach führte er Schwinden bei den Hügeln Szár und Szomor auf die Komlós-Quelle zurück. Am 4. August 1952 gelangte Kessler durch den Bibic-Einsturz in das neue System, und der Hauptgang war in weniger als einem halben Jahr kartiert. 1954 wurde ein dritter, künstlicher Eingang mit einer 150 m langen Rampe geöffnet.
Der ungarische Name der Höhle, Béke-barlang, bedeutet „Friedenshöhle“; polnische Quellen nennen sie Jaskinia Pokoju. In der Literatur erscheint sie auch als Komlós-forrásbarlang und Peace Cave. Seit 1982 zählt sie zu den streng geschützten Höhlen Ungarns und teilt den UNESCO-Welterbestatus mit den übrigen Höhlen des Aggteleker und Slowakischen Karsts.
Die Höhle hat zwei nutzbare Eingänge: einen künstlichen an der Szomor-hegy-Seite in Aggtelek auf 338 m Höhe und einen bei Jósvafő am Kőhorog auf 271 m. Der Eingang bei Jósvafő führt zum Sanatoriumssaal, der seit 1964 für die Höhlentherapie genutzt wird. Ein Abschnitt ist nur als spezielle Höhlentour nach Voranmeldung zugänglich; andere Teile erfordern eine Genehmigung der Direktion des Nationalparks Aggtelek.
Die Luft der Höhle enthält Schimmelpilzsporen, die Antibiotika produzieren; 72 Pilzarten wurden nachgewiesen, eine davon führte zum Medikament Grubilin. Der Kalziumgehalt des Kondenswassers ist etwa zehnmal so hoch wie in der Baradla-Höhle.
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