Aquincum Mithraeum, Römische Tempelruinen in Óbuda, Ungarn.
Das Aquincum-Mithraeum ist ein Heiligtum, das in einem Stadthaus nahe dem Zentrum der römischen Stadt Aquincum im heutigen Óbuda eingerichtet wurde. Der Schrein war 7 m breit und 15,03 m lang und von Norden nach Süden ausgerichtet; er umfasste einen Vorraum, einen mittleren Raum, wohl ein Narthex, und ein etwa 2,18 m breites Mittelsschiff, das 1 m unter dem Bodenniveau lag und von Podestbänken flankiert wurde, die über je eine Stufe erreichbar waren. Vor den Bänken stehen zwei kleine Altäre, die Marcus Antonius Victorinus geweiht hat.
Das Heiligtum wurde 1888 in einem großen Stadthaus nahe dem Zentrum von Aquincum entdeckt. Größe und Lage weisen auf den Decurio Marcus Antonius Victorinus hin, der dort mehrere kleine Altäre stiftete. Der Tempel war nord-südlich ausgerichtet und maß 7 m auf 15,03 m.
Die Altäre des Heiligtums nennen Marcus Antonius Victorinus, Decurio und Ädil von Aquincum, der sie Cautes, Cautopates und einer beständigen Quelle weihte. Ein Kalksteinrelief zeigt Mithras, wie er mit Fackel und Dolch aus dem Felsen steigt, um den sich eine Schlange windet. Das Tauroctonie-Fragment und ein Altar sind im Ostflügel des Lapidariums ausgestellt.
Der Schrein ist vollständig zugänglich im Archäologischen Park von Aquincum, direkt südlich des Museumsgebäudes. Die Reste wurden für die Ausstellung stark restauriert und gefestigt. Das Tauroctonie-Fragment und der Altar befinden sich im Ostflügel des Lapidariums am Nordrand des Parks, während die Victorinus-Altäre die Originale in situ sind.
Das bei den Ausgrabungen gefundene Tauroctonie-Fragment stand einst auf einem großen Steinsockel an der Südwand der Cella; es ist heute zusammen mit dem Altar im Ostflügel des Lapidariums am Nordrand des Archäologischen Parks ausgestellt, während die Altäre des Marcus Antonius Victorinus an Ort und Stelle verblieben sind.
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