Tell Kashish, Archäologische Stätte im Nordbezirk, Israel
Tell Kashish ist ein langgestreckter Hügel am Nordufer des Kischon, dessen Flussschleife die Süd- und Westflanke begrenzt. Seine Basis misst 270 auf 160 Meter und umfasst 10,7 Acres; die westliche Hälfte liegt rund 5 Meter höher als die östliche. Alle Seiten sind steil außer im Nordosten, wo vermutlich der Zugangsweg verlief.
Tel Qashish wurde erstmals in der Frühbronzezeit I (3300–3000 v. Chr.) besiedelt und blieb, anders als andere Stätten der Jesreel-Ebene, auch in der Frühbronzezeit II bewohnt, als eine 2 bis 2,5 m dicke Mauer und eine 1,5 m breite Gasse entlang der Mauer entstanden. Nach einer Lücke in der Zwischenbronzezeit wurde der Ort um 1750 v. Chr. mit einer geplanten, ummauerten Stadt neu besiedelt; die Siedlung der Spätbronzezeit wurde im 14. Jahrhundert v. Chr. und erneut am Ende der Epoche durch Feuer zerstört. Acht Grabungskampagnen unter Amnon Ben-Tor fanden zwischen 1978 und 1987 statt.
Der arabische Name Tell el-Qassis bedeutet „Hügel der Priester“ und wird mit der Tötung der Baalspropheten durch Elija in Verbindung gebracht. Die von Yohanan Aharoni vorgeschlagene Gleichsetzung des Tells mit dem biblischen Helkat gab dem benachbarten Viertel Kiryat Haroshet seinen Namen. Auf der Kuppe steht ein britischer Bunker aus den Unruhen von 1936–1939.
Das Gelände liegt im Norden Israels und ist über Landstraßen erreichbar, wobei ein Fahrzeug die Anfahrt erleichtert. Das Terrain ist uneben und variiert in der Höhe, daher empfiehlt sich festes Schuhwerk für die Erkundung.
Der Begriff "Tell" im Namen beschreibt eine ganz bestimmte Art von Hügel: Er entsteht nicht durch natürliche Kräfte, sondern durch die aufeinandergestapelten Überreste menschlicher Behausungen, die über Generationen hinweg an derselben Stelle gebaut wurden. Jede Schicht ist buchstäblich auf den Trümmern der vorherigen errichtet worden.
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