Vajont-Staumauer, Bogenstaumauer in Erto e Casso, Italien
Die Vajont-Talsperre ist eine stillgelegte Bogenstaumauer in Erto e Casso im Nordosten Italiens, die sich etwa 262 Meter über den Talboden erhebt. Die schlanke Betonkonstruktion spannt sich zwischen steilen Kalksteinfelsen und wird heute nicht mehr für die Wasserspeicherung genutzt.
Die Anlage wurde Anfang der 1960er Jahre fertiggestellt, um Wasserkraft für die Region zu erzeugen. Im Oktober 1963 löste ein gewaltiger Bergsturz vom Monte Toc eine Flutwelle aus, die über die Mauerkrone schwappte und mehrere Ortschaften im Tal zerstörte.
Der Ort erinnert an die Bedeutung technischer Grenzen und wird heute als Mahnmal verstanden, wo Menschen die Folgen der damaligen Planungen nachvollziehen können. Familien aus dem Tal kommen hierher, um der Opfer zu gedenken und jüngeren Generationen von den Ereignissen zu berichten.
Besuche sind von Frühjahr bis Herbst mit geführten Rundgängen möglich, die Einblicke in Technik und Ereignisse geben. Der Zugang erfolgt über schmale Wege entlang der Felswände, weshalb festes Schuhwerk und ein gewisses Maß an Trittsicherheit empfohlen werden.
Die Betonwand selbst blieb trotz der gewaltigen Kräfte der Katastrophe nahezu unversehrt stehen. Geologen nutzen die Umgebung bis heute, um Hangbewegungen und deren Wechselwirkung mit künstlichen Bauwerken zu erforschen.
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