Abruzzischer Apennin, Gebirgskette in Abruzzo, Italien.
Der Appennino Abruzzese ist eine Gebirgskette in der zentralen Apenninhalbinsel, die den Großteil der Region Abruzzen ausfüllt und sich zwischen der Adriaküste im Osten und der Ebene von Rom im Westen erstreckt. Sie besteht aus Kalksteinmassiven, tiefen Schluchten und breiten Hochtälern wie dem Campo Imperatore, einem weiten Hochplateau auf rund 1.800 Metern Höhe.
Die Berge waren seit der Vorgeschichte bewohnt, wie Funde von Italikerstämmen wie den Samniten und Peligni belegen, die das Hochland lange vor der römischen Expansion kontrollierten. In der mittelalterlichen Zeit entstanden entlang der Täler Klöster und befestigte Dörfer, die das heutige Bild der Bergregion noch immer prägen.
Die Bewohner der Bergdörfer halten noch heute an der Transhumanz fest, einer alten Praxis, bei der Schafe im Sommer auf die Hochweiden getrieben werden. Auf lokalen Märkten findet man Käsesorten wie Pecorino und Scamorza, die direkt von Hirten aus der Region hergestellt werden.
Die Hauptzugänge zum Gebirge führen über L'Aquila im Norden und Pescara an der Küste, von wo aus Bergstraßen in die Täler und auf die Hochplateaus führen. Für Wanderungen oberhalb von 2.000 Metern empfiehlt sich stabiles Schuhwerk, da die Wege je nach Jahreszeit felsig oder rutschig sein können.
Der Gran Sasso, der höchste Gipfel des Appennins, beherbergt in einem Tunnel tief im Berginneren ein Teilchenphysiklabor namens Laboratori Nazionali del Gran Sasso, das Experimente durchführt, die vom Einfluss der kosmischen Strahlung abgeschirmt sein müssen. Der Berg diente zudem 1943 als Gefängnisort für Benito Mussolini, bevor er in einer spektakulären Kommandoaktion befreit wurde.
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