Ohr des Dionysios, Antike Kalksteinhöhle in Syrakus, Italien
Das Ohr des Dionysios ist eine künstliche Höhle im Latomia del Paradiso in Syrakus, die 65 Meter tief in den Kalkstein reicht und bis zu 23 Meter hoch ist. Die geschwungenen Wände bilden einen S-förmigen Gang, der sich nach oben hin zu einer spitzen Decke verjüngt.
Die Höhle entstand im 5. Jahrhundert v. Chr. als Steinbruch für den Bau von Tempeln und öffentlichen Gebäuden in der griechischen Kolonie. Der Tyrann Dionysios I. soll sie später als Gefängnis genutzt haben, wobei die Akustik ihm erlaubte, Gespräche der Gefangenen zu belauschen.
Die Höhle trägt den Namen des Tyrannen Dionysios und wurde im 16. Jahrhundert von dem Maler Caravaggio so benannt, der die Form mit einem menschlichen Ohr verglich. Die außergewöhnliche Akustik machte den Ort zu einem beliebten Schauplatz für Konzerte und musikalische Aufführungen.
Die Höhle liegt im Archäologischen Park Neapolis und ist das ganze Jahr über zugänglich, wobei der frühe Morgen oder späte Nachmittag weniger Besucherandrang bedeuten. Ein kleiner Aufstieg zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Höhle bietet eine andere Perspektive auf die Struktur.
Ein Flüstern am Eingang verstärkt sich bis zu sechzehnmal und erreicht den oberen Aussichtspunkt kristallklar, was einst Wissenschaftler zu Studien über Schallwellen inspirierte. Die Höhle wurde auch in Goethes Italienreise erwähnt, was ihr Ansehen in der europäischen Reiseliteratur festigte.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.