Acquedotto leopoldino, Neoklassizistisches Aquädukt in Collesalvetti und Livorno, Italien
Der Acquedotto Leopoldino ist eine Wasserleitung, die sich über etwa 18 Kilometer durch hügelige Landschaft erstreckt und Colognole mit Livorno verbindet. Das Bauwerk besteht aus einer Reihe von Bögen, unterirdischen Tunneln und Wasserbehältern, die das Wasser von der Quelle bis zur Stadt führten.
Der 1792 von Großherzog Ferdinand III. in Auftrag gegebene und 1793 nach Plänen von Giuseppe Salvetti begonnene Aquädukt ersetzte eine im 16. Jahrhundert unter Ferdinand de' Medici errichtete Leitung. 1799 stockten die Arbeiten durch Salvettis Tod und die napoleonischen Wirren; 1806 übernahm Riccardo Calocchieri, ab 1809 Pasquale Poccianti die Leitung. 1816 erreichte das Wasser Livorno; nach Pocciantis Tod 1858 führte sein Schüler Angiolo della Valle den Bau fort.
Die Cisternone zeigt mit ihrer Kuppel einen Baustil, der an das Pantheon in Rom erinnert. Dieser Ort steht für die technische Leistung der Region und prägt bis heute das Landschaftsbild.
Besucher können das Bauwerk auf einem etwa 6 Kilometer langen Wanderweg erkunden, der vom Parkplatz des Steinbruchs Fociarella an der SP5-Straße zwischen Colognole und Valle Benedetta beginnt. Der Weg ist zu Fuß zugänglich und bietet Blicke auf verschiedene Abschnitte der Struktur und die umgebende Landschaft.
Die Quellgebäude und Sammelbecken des Aquädukts beherbergen die Höhlenschrecke Dolichopoda schiavazzii, eine lichtlose Hohlräume bewohnende Art, die der Entomologe Giuseppe Schiavazzi (1868–1952) dort entdeckte. Die Zisternen entwarf Pasquale Poccianti 1827: Der Cisternone ist noch in Betrieb, das Cisternino di città ging nie in Funktion.
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