Santo Stanislao dei Polacchi, Polnische Nationalkirche in Via delle Botteghe Oscure, Rom, Italien.
Santo Stanislao dei Polacchi steht an der Via delle Botteghe Oscure im Rione Sant'Angelo, an der Stelle der mittelalterlichen Kirche San Salvatore in pensilis de Sorraca, die ihrerseits auf den Resten des Circus Flaminius errichtet wurde. Die Straßenfassade stammt von Francesco Ferrari und datiert auf 1735; der Innenraum ist ein einschiffiger Saal mit dem Deckenbild Die Glorie des heiligen Stanislaus von Ermenegildo Costantini. Das Hochaltarbild von Antiveduto Gramatica zeigt Jesus mit den Heiligen Stanislaus und Hyazinth, und die Kirche bewahrt Werke von Taddeo Kuntze und anderen polnischen Künstlern des 18. Jahrhunderts.
Die Kirche steht auf dem Grundstück der mittelalterlichen San Salvatore in pensilis de Sorraca, die zwischen 1174 und 1209 belegt und am 28. Oktober 1285 unter Bischof Hieronymus von Palestrina wiederaufgebaut wurde. Papst Gregor XIII. übergab sie an Kardinal Stanislaus Hosius, der sie am 6. Dezember 1578 in Besitz nahm und mit Mitteln von Anna Jagiellonka, Stefan Batory und Magnatenfamilien fast von den Fundamenten an neu errichten ließ. 1591 wurde sie von Kardinal Jerzy Radziwiłł geweiht. Nach den Teilungen quartierte Napoleon Soldaten im Hospiz ein, Russland machte die Kirche zu einer orthodoxen Kapelle; 1920 gewann Polen sie durch Bischof Adam Stefan Sapieha zurück.
Die Kirche bewahrt Werke des 18. Jahrhunderts von polnischen Malern, darunter Taddeo Kuntze. Seit den 1950er Jahren wirken hier Priester der Gesellschaft Christi, und die Kirche bildet mit ihrem Hospiz weiterhin das Zentrum der polnischen Seelsorge in Rom. Päpste beteten hier für polnische Kriegssiege, so Alexander VII. 1657 und 1661 und Innozenz XI. 1683.
Die Kirche steht an der Via delle Botteghe Oscure im Rione Sant'Angelo, wenige Schritte vom Largo di Torre Argentina entfernt. Sie ist aktive Pfarrei und Seelsorgestelle der Polen in Rom; ein Besuch außerhalb von Messen und Gottesdiensten bietet sich an. Angemessene Kleidung ist wie in jedem Gotteshaus erforderlich.
Das Hochaltarbild wurde von Antiveduto Gramatica in der Zeit um 1600 gemalt und zeigt Jesus mit den Heiligen Stanislaus und Hyacinth. Dieses Werk ist bemerkenswert, weil es die enge Verbindung zwischen der katholischen Kirche und der polnischen religiösen Identität während der Reformationszeit sichtbar macht.
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