Khirbet et-Tannur, Ruinen eines nabatäischen Tempels im Gouvernement Tafilah, Jordanien
Khirbet et-Tannur ist eine nabatäische Tempelanlage auf dem Berg Tannur in Jordanien, mit Steinresten um einen gepflasterten Innenhof angeordnet. Die Stätte liegt an der Kreuzung der Täler Wadi Hasa und Wadi La'ban und zeigt die Struktur eines alten Heiligtums.
Die früheste Phase des Tempels wird anhand einer in einen kleinen Steinblock gravierten Inschrift meist um 8–7 v. Chr. datiert. Nelson Glueck datierte die letzte Phase nach den Skulpturen und architektonischen Prinzipien des Tempels in etwa das erste Viertel des 2. Jahrhunderts n. Chr. Der Bau durchlief somit drei Phasen.
Der Name Khirbet et-Tannur bedeutet auf Arabisch „Ruinen des Ofens“. Eine unter den Resten gefundene Statue zeigt die Göttin Atargatis, Göttin der Früchte und Fruchtbarkeit, mit einem Adler auf dem Kopf, den manche Forscher mit dem edomitischen Gott Qos verbinden. Keramik, Tierknochen und verkohlte Pflanzenreste belegen, dass Ess- und Trinkpraktiken hier ein gemeinsames soziales Gedächtnis stifteten.
Die Stätte ist über einen steilen Pfad vom Südosten zu erreichen, daher sollten Sie festes Schuhwerk tragen und Zeit für den Aufstieg einplanen. Viele der ausgegrabenen Gegenstände sind im Jordanischen Archäologischen Museum zu sehen, daher lohnt sich ein Besuch dort nach oder vor der Reise zum Berg.
Die einzige Inschrift am Ort, die eine Gottheit nennt, bezieht sich auf den edomitischen Gott Qos, der mit dem arabischen Himmelsgott Quzah gleichgesetzt wird. Ein kleiner Steinblock mit eingravierter Inschrift datiert zudem die früheste Phase des Tempels um 8–7 v. Chr.
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