Blauer Nil, Hauptflusssystem im Nordwesten Äthiopiens.
Der Blaue Nil entspringt am Tanasee und fließt durch Äthiopien und den Sudan, wobei er während der Hochwasserzeit 85 Prozent des Wassers zum Hauptstrom des Nils beisteuert. Das Flussbett führt durch Hochland und Ebenen und verändert dabei Breite und Geschwindigkeit je nach Gelände und Jahreszeit.
Der portugiesische Missionar Pedro Páez erreichte am 21. April 1618 als erster Europäer die Quelle des Blauen Nils am Tanasee. Seine Aufzeichnungen verbreiteten sich später in Europa und weckten Interesse an der Geographie Ostafrikas.
Der Fluss trägt in Äthiopien den Namen Abay und bildet die Grundlage für Bewässerung und Ernte entlang seines Laufs. Gemeinden richten ihre Pflanzzyklen nach dem Wasserstand aus, der sich über das Jahr hinweg stark verändert.
Der Fluss durchquert abgelegene Regionen, in denen Straßen manchmal schlecht ausgebaut sind und Zugang zu einzelnen Abschnitten zeitaufwendig sein kann. Wer das Gebiet besucht, sollte auf wechselnde Wetterbedingungen und längere Fahrzeiten zwischen Orten vorbereitet sein.
Nahe dem Tanasee schneidet sich der Fluss durch einen Canyon von rund 400 Kilometern Länge (249 Meilen), der zu den längsten Schluchten Afrikas zählt. Diese Schlucht wirkt als natürliches Hindernis und hat über Jahrhunderte hinweg Transport und Austausch zwischen beiden Ufern erschwert.
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