Mendes, Archäologische Stätte im Gouvernement ad-Daqahliyya, Ägypten
Mendes ist eine archäologische Stätte in der Provinz Dakahlia in Ägypten, deren Überreste sich über etwa drei Kilometer im östlichen Nildelta erstrecken. Die Ruinen zeigen Erdwälle, Tempelreste und Fragmente von Bauwerken aus pharaonischer, griechischer und römischer Zeit.
Zwischen 399 und 380 vor Christus war die Stadt Königssitz der neunundzwanzigsten Dynastie und beherbergte vier aufeinanderfolgende Herrscher. Bereits im vierten Jahrhundert vor Christus erlitt die Siedlung schwere Zerstörungen, behielt aber Verbindungen zum Mittelmeerraum bis in die römische Epoche.
Hier verehrten die Menschen Banebdjedet, einen Gott mit widderkopf, und Hatmehyt, eine Fischgöttin, deren Kult das Leben der Stadt prägte. Der alte Name Per-Banebdjedet bedeutet Haus des Banebdjedet und zeigt, wie sehr das Heiligtum mit der Identität des Ortes verwachsen war.
Die Anlage liegt im offenen Gelände des Nildeltas und ist bei trockenem Wetter leichter zu erkunden. Man kann einen aufrecht stehenden monolithischen Naos sehen, der dem Gott Schu gewidmet ist, während drei weitere umgestürzte Naos-Bauwerke ebenerdig liegen.
Ausgrabungen brachten Hinweise auf einen mediterranen Handelsknotenpunkt ans Licht, der bis weit in die römische Zeit aktiv blieb. Die Hafenstrukturen zeugen von intensiven Kontakten mit Griechenland und Kleinasien, obwohl große Teile der Stadt im vierten Jahrhundert vor Christus verwüstet wurden.
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