Studentenkarzer, Studentengefängnis am Wilhelmsplatz, Deutschland
Der Karzer ist ein ehemaliges Studentengefängnis der Universität Göttingen, das sich im westlichen Flügel eines klassizistischen Universitätsgebäudes befindet. Er besteht aus acht kleinen Zellen, deren Wände von Generation zu Generation mit Zeichnungen und Texten bedeckt wurden.
Der Karzer war von 1737 bis 1933 in Betrieb und diente der Universität als eigenes Disziplinarmittel gegenüber Studenten, die gegen Regeln verstießen. Damals hatten Universitäten das Recht, ihre Mitglieder selbst zu bestrafen, ohne die städtische Justiz einzuschalten.
Die Wände der Zellen sind dicht bedeckt mit Zeichnungen, Gedichten und Inschriften, die Studenten während ihrer Haft hinterlassen haben. Viele dieser Botschaften sind überraschend humorvoll und zeigen, dass die Studenten ihre Zeit hier eher als Abenteuer denn als echte Strafe betrachteten.
Der Karzer ist über geführte Stadttouren zugänglich, die vom lokalen Tourismusbüro organisiert werden. Die Zellen sind sehr eng und die Durchgänge schmal, daher ist bequemes Schuhwerk empfehlenswert.
Otto von Bismarck, der spätere deutsche Reichskanzler, saß hier als Student ein. Dass einer der mächtigsten Politiker Europas seine frühen Jahre in diesen engen Zellen verbrachte, ist vielen Besuchern kaum bewusst.
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