Serkadji-Gefängnis, Ehemaliges Gefängnis und Gedenkmuseum in der Kasbah von Algier, Algerien
Die prison de Serkadji ist ein ehemaliges Gefängnis im oberen Teil der Kasbah von Algier, das sich im Umbau zu einem Gedenkmuseum befindet. Das Gebäude aus massivem Stein hat einen kreuzförmigen Grundriss, hohe Mauern und liegt erhöht über der Stadt mit Blick auf das Meer.
Das Gefängnis wurde 1856 von der französischen Kolonialverwaltung auf den Grundmauern einer älteren osmanischen Festung in der Kasbah errichtet. Im Unabhängigkeitskrieg diente es als zentraler Haftort für Widerstandskämpfer, von denen mehrere im Hof hingerichtet wurden; nach der Unabhängigkeit 1962 behielt es für einige Zeit seine Funktion als Gefängnis unter neuem Namen.
An einer Wand im Innenhof ist eine Stele mit den Namen der 58 Menschen eingraviert, die in diesem Gefängnis hingerichtet wurden. Wer den Hof betritt, kann die Namen lesen und sich vorstellen, wie die anderen Gefangenen früh am Morgen die Rufe ihrer Mitgefangenen hörten.
Das Gelände liegt im oberen Teil der Kasbah, einem Viertel mit engen, steilen Gassen, weshalb festes Schuhwerk empfehlenswert ist. Da der Umbau zum Museum noch läuft, lohnt es sich, die aktuellen Besuchsbedingungen vorab zu prüfen.
In der Nacht des 19. April 1962 gelang es 26 Gefangenen, durch einen selbst gegrabenen Tunnel unter dem Innenhof zu entkommen, kurz bevor der Waffenstillstand in Kraft trat. Das für den Tunnel benötigte Werkzeug soll unwissentlich von der Gefängnisleitung selbst geliefert worden sein.
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