Antuco, Schichtvulkan in der Region Bio Bio, Chile
Der Antuco ist ein gemischter Schichtvulkan aus basaltischer und andesitisch-basaltischer Zusammensetzung im Nationalpark Laguna del Laja am Südwestufer der Laja-Lagune. Er besteht aus zwei Einheiten: dem älteren Laja-Kegel, der durch einen 4 km breiten, nach Westen offenen hufeisenförmigen Kraterkessel abgeschnitten ist, und dem jüngeren, darin aufgebauten Antuco-2-Kegel. Ein kleiner pyroklastischer Kegel namens Sombrerito liegt im Hauptkrater.
Die Aktivität des Antuco begann vor etwa 130.000 Jahren im oberen Pleistozän. Sein erster Bau, der Antuco 1 oder Vulkan Laja, kollabierte vor rund 9.700 Jahren bei einem heftigen phreatomagmatischen Ausbruch und hinterließ einen vier Kilometer breiten, nach Westen offenen Hufeisen-Amphitheater, in dem später der heutige Kegel Antuco 2 entstand. Die historische Überlieferung verzeichnet mindestens siebzehn Ausbrüche zwischen 1739 und 1911, darunter der kalte Lahar vom 1. Februar 1820 und der Spaltenausbruch von 1853, der die Laguna del Laja um zwanzig Meter ansteigen ließ.
Der Name Antuco stammt aus dem Mapudungun: antu (Sonne) und ko (Wasser), „Wasser der Sonne“. Der Vulkan lag am Antuco-Pass, über den Waren in die argentinische Pampa und zurück gebracht wurden; Luis de la Cruz überquerte ihn 1806 von Concepción nach Buenos Aires. Die erste Besteigung 1829 durch Eduard Poeppig und einen namenlosen chilenischen Maultiertreiber gilt als Beginn des Bergsteigens in Chile.
Der Vulkan liegt im Nationalpark Laguna del Laja, 90 km östlich von Los Ángeles, am Südwestufer der Laja-Lagune; an seinen Hängen befindet sich das Skizentrum Antuco. Die internationale Straße zum Pass Pichachén quert am Nordhang das Lavafeld von 1752. Der Zugang erfolgt über den Park, und im Hauptkrater sitzt der kleine Kegel Sombrerito.
Der heutige Innenkegel des Kraters heißt Sombrerito und zeigt nur schwache fumarolische Aktivität. Der Ausbruch von 1820 erzeugte einen kalten Lahar, der das Laja-Tal hinabfloss, und 1853 staute eine Spalteneruption den Abfluss der Laja-Lagune auf und hob deren Pegel um zwanzig Meter.
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