Sixtinische Kapelle, Katholische Kapelle in der Vatikanstadt, Vatikan
Die Sixtinische Kapelle ist ein rechteckiger Raum von 40,9 Metern Länge und 13,4 Metern Breite mit einer tonnengewölbten Decke und einer Altarwand, die mit Fresken zur Genesis und zum Jüngsten Gericht bedeckt sind. Über dreihundert menschliche Figuren zeigen biblische Episoden durch Maltechniken der Renaissance, während die Seitenwände Szenen aus dem Leben von Moses und Christus enthalten, gemalt von Künstlern des Quattrocento wie Botticelli und Perugino.
Papst Sixtus IV. beauftragte den Architekten Baccio Pontelli zwischen 1473 und 1481 mit dem Bau, der die frühere Cappella Magna als Schauplatz päpstlicher Zeremonien ersetzte. Michelangelo malte die Decke von 1508 bis 1512 unter Papst Julius II. und kehrte von 1536 bis 1541 zurück, um das Fresko des Jüngsten Gerichts fertigzustellen.
Kardinäle versammeln sich hier seit 1492 zu Konklaven, bei denen weißer Rauch die Wahl eines neuen Papstes ankündigt. Gläubige aus der ganzen Welt betrachten die biblischen Szenen als theologische Botschaften, die durch Kunst vermittelt werden und die Autorität der Kirche sichtbar machen.
Die Kapelle ist Montag bis Samstag von 8:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, wobei der Eintritt in den Eintrittskarten für die Vatikanischen Museen enthalten ist. Besucher müssen Schultern und Knie bedecken, da strenge Kleiderordnungen gelten, und Fotografie sowie Sprechen sind im Inneren verboten.
Michelangelo arbeitete auf einem speziellen Gerüst, während er auf dem Rücken lag, wobei sein Kopf nach oben geneigt war, was zu chronischen Nackenschmerzen führte. Entgegen der landläufigen Meinung malte er jedoch nicht flach auf dem Rücken liegend, sondern in einer gebogenen Position.
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