Großes Wiesbachhorn, Alpengipfel im Hohe Tauern, Österreich
Das Große Wiesbachhorn ist ein vollkommen freistehender Firndom von 3564 m im Glocknerstock im Land Salzburg und bildet den Hauptgipfel des Fuscher/Kapruner Kammes. Fast vollständig ist es von Gletschern umgeben: im Norden das Wielingerkees, im Nordosten das Sandbodenkees, im Süden das Teufelsmühlkees und im Westen das Kaindlkees. Nördlich, jenseits der 3211 m hohen Sandbodenscharte, liegt das Kleine Wiesbachhorn.
Der Ende des 18. Jahrhunderts von Fuscher Bauern genutzte Anstieg wird heute selten begangen. Am 15. Juli 1924 gelang Friedrich Rigele und Willo Welzenbach die Erstbegehung der 500 Meter hohen Nordwestwand; sie verwendeten dabei erstmals Eishaken, aus denen später Eisschrauben entstanden. Die Wand galt lange als eine der klassischen Eiswände der Ostalpen, ihr Eis ist inzwischen jedoch völlig abgeschmolzen.
Der Gipfel steht in Privatbesitz: Seit 1918 gehört er der Gutsverwaltung Fischhorn in Bruck an der Großglocknerstraße, der Rechtsnachfolgerin der Erben des peruanischen Industriellen Heinrich E. Gildemeister, der den Grundbesitz von Fürst Johann II. von Liechtenstein erworben hatte. Die Verwaltung besitzt den Berg und die Nachbargipfel bis heute.
Ausgangspunkt ist meist das Heinrich-Schwaiger-Haus; von dort führt der Normalweg durch einen seilgesicherten Kamin sowie über den Unteren und Oberen Fochezkopf und den mittlerweile eisfreien Kaindlgrat in etwa 3 Stunden zum Gipfel. Eine 35° geneigte Firnschneide am Aufstieg ist abgeschmolzen, geübte Bergwanderer erreichen den Gipfel bei günstigen Bedingungen ohne Steigeisen. Die Felspartien haben den Schwierigkeitsgrad UIAA I. Der ursprüngliche Weg der Fuscher Bauern von Ferleiten über den Standort der späteren Schwarzenberghütte und die Bratschenköpfe wird heute selten begangen.
Die östliche Flanke des Berges fällt etwa 2.300 Meter steil zur Fuscher Ache ab und gehört damit zu den dramatischsten Höhenunterschieden zwischen Gipfel und Tal in den Ostalpen. Diese extreme Neigung macht die Berg- und Talflanke zu einem markanten Merkmal der Landschaft, das von weitem erkennbar ist.
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