Bremer Roland, Mittelalterliche Statue am Marktplatz, Bremen, Deutschland.
Der Bremer Roland misst 5,47 Meter in der Höhe und hält ein Schwert in der einen Hand, während die andere einen Schild mit kaiserlichem Adler trägt. Sein Sockel hebt die Gestalt über den Marktplatz, sodass sie weithin sichtbar neben dem Rathaus steht.
Steinmetze Claws Zeelleyher und Jacob Olde errichteten die Gestalt 1404 als Ersatz für eine hölzerne Vorgängerfigur, die 1366 von erzbischöflichen Truppen zerstört worden war. Die steinerne Ausführung sollte künftige Angriffe besser überdauern und das städtische Selbstverständnis dauerhaft sichtbar machen.
Die Gestalt verkörpert städtische Selbstverwaltung und Marktrecht, wobei Bremer glauben, ihre Unabhängigkeit bleibe gesichert, solange die Figur am Platz steht. Diese Überzeugung hat über Jahrhunderte hinweg das Verhältnis der Stadtbevölkerung zu ihrer steinernen Schutzfigur geprägt.
Die Gestalt steht auf dem zentralen Marktplatz direkt neben dem Rathaus und ist von allen Seiten frei zugänglich. Informationstafeln in mehreren Sprachen erläutern ihre Bedeutung für Besucher.
1811, als Bremen zum französischen Département des Bouches-du-Weser gehörte, war auf dem Markt eine Markthalle geplant, für die der Roland abgerissen werden sollte. Mit dem Ende der französischen Herrschaft wurde das Vorhaben nicht ausgeführt, die Statue blieb stehen. Eine 1938 in ihrem Inneren deponierte Zeitkapsel wurde bei der Restaurierung 1989 gefunden.
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