Gedenkstätte Lindenstraße 54/55, Gedenkstätte und Baudenkmal in Nördliche Innenstadt, Potsdam, Deutschland.
Die Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 befindet sich in einem barocken Backsteinpalais, das 1734–1737 als Großes Holländisches Haus errichtet und später zum Gerichtsgebäude mit einem 1907–1910 angebauten Gefängnistrakt umgestaltet wurde. Dieser Trakt umfasste 64 Einzel- und 6 Gemeinschaftszellen für 90 Inhaftierte, mit getrennten Bereichen für Frauen und Männer sowie einer Kapelle.
Zwischen 1734 und 1737 als Großes Holländisches Haus für König Friedrich Wilhelm I. erbaut, wurde das Gebäude 1809 Tagungsort der ersten frei gewählten Potsdamer Stadtverordnetenversammlung und ab 1820 Stadtgericht mit Gefängnis. Ab 1933 nutzten die Nationalsozialisten es als Ort politischer Haft und für ein Erbgesundheitsgericht. Im Sommer 1945 beschlagnahmte der sowjetische NKWD den Komplex als zentrales Untersuchungsgefängnis für Brandenburg; die Stasi führte diese Nutzung bis 1989 fort.
Der Gedenkort zeigt, wie Gefangene aus verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte hier litten und widerstanden. Die Ausstellungen machen sichtbar, wer inhaftiert wurde und warum ihre Geschichten heute noch wichtig sind.
Die Gedenkstätte umfasst das frühere Gerichtsgebäude und den 1910 errichteten Gefängnistrakt im Hof mit 64 Einzel- und sechs Gemeinschaftszellen. Besucher gehen durch die originalen Zellen, Verhörräume und Gerichtssäle; der Zugang liegt an der Lindenstraße in der Potsdamer Innenstadt. Für die persönlichen Berichte der Ausstellungen sollte man Zeit einplanen.
Der 1910 fertiggestellte Gefängnistrakt umfasste 64 Einzelzellen und sechs Gemeinschaftszellen für 90 Inhaftierte, Frauen und Männer getrennt untergebracht. Hinzu kamen Keller- und Wirtschaftsräume, Duschzellen und eine Kapelle. Der Schriftsteller Theodor Storm arbeitete von 1853 bis 1856 als Assessor am Potsdamer Kreisgericht.
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