St. Georgen, Barockkirche im Stadtteil Glaucha, Halle, Deutschland.
St. Georgen ist eine barocke Kirche außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung in Glaucha, südwestlich des Zentrums von Halle. Ihr Grundriss folgt einem griechischen Kreuz; der einfache Turm steht auf quadratischem Grundriss an der Ostseite und wird ab der Höhe des Dachfirsts des Kirchenschiffs oktogonal fortgeführt, abgeschlossen von einer geschweiften, kupfergedeckten Haube mit Kreuz. Die Mauern aus dunkelgrauem Stein sind von kleinen Fenstern durchbrochen, der Turmsockel trägt zwei Zifferblätter.
Die 1121 erstmals erwähnte Kirche gehörte von 1231 bis 1557 zum Zisterzienserinnenkloster St. Marien; 1522 wirkte Thomas Müntzer als Kaplan, von 1692 bis 1715 August Hermann Francke als Pfarrer, der das Waisenhaus und damit die Franckeschen Stiftungen begründete. Ein nach dem Frühgottesdienst vergessenes Kohlepfännchen brannte sie am 6. Dezember 1740 bis auf die Grundmauern nieder. Der heutige Bau über griechischem Kreuz entstand 1740 bis 1744; im April 1945 beschädigt, wurde er 1985 zur Sprengung vorbereitet und ab 1990 saniert.
Der Name verweist auf den heiligen Georg; die Kirche liegt in Glaucha, einer einstigen Vorstadt außerhalb der Stadtmauer. Seit 1990 nutzt die freikirchliche Evangeliumsgemeinde den Bau, nicht die evangelische Kirchengemeinde. Von der ursprünglichen Ausstattung blieb nur der Altar; die Emporen wurden nach 1985 entfernt. Der Turm trägt zwei Glocken: eine von 1755 aus der Werkstatt Friedrich August Beckers und die 1963 in Apolda gegossene Francke-Gedächtnisglocke.
Die Kirche befindet sich in der Glauchaer Straße 9 und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Straßenbahnhaltestelle Glauchaer Platz zu erreichen. Parkplätze stehen am Steg und am Moritzzwinger zur Verfügung.
Von Oktober bis Dezember 1813 diente das Gebäude als Militärlazarett für verwundete Soldaten aus der Schlacht von Leipzig. Diese Nutzung zeigt die wichtige Rolle, die der Ort während der Napoleonischen Kriege spielte.
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