Villa Merländer, Historische Villa in Krefeld, Deutschland.
Villa Merländer ist ein dreigeschossiges Backsteingebäude mit symmetrischer Architektur und klassischen Elementen, das an der Friedrich-Ebert-Strasse steht. Das Äußere zeigt große Fenster und traditionelle Fassadendetails, die charakteristisch für das Bauschaffen der 1920er Jahre sind.
Der 1874 geborene jüdische Seidenhändler Richard Merländer ließ die Villa 1924/25 vom Architekten Friedrich Kühnen errichten. Nach dem Novemberpogrom 1938 vermietete er sie, 1941 musste er sie verkaufen und in ein „Judenhaus“ ziehen. Im Juli 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, im September weiter nach Treblinka, wo er kurz nach der Ankunft ermordet wurde. Seit 1989 ist die Stadt Krefeld Mieterin des Hauses und betreibt dort eine NS-Dokumentationsstelle.
Seit 1989 ist die Stadt Krefeld Mieter der Villa und betreibt dort eine Dokumentationsstelle zur NS-Zeit in Krefeld; 1992 wurde der Förderverein Villa Merländer gegründet. Im Haus befinden sich außerdem Ausstellungs- und Veranstaltungsräume, Büros und das Krefelder Kulturamt; eine neue Dauerausstellung wird vorbereitet.
Die Villa Merländer musste 2025 wegen Umbauarbeiten für einige Monate schließen und ist seitdem für den Besuchsverkehr vorübergehend nicht zugänglich. Das Haus steht an der Friedrich-Ebert-Straße 42 im Krefelder Ortsteil Cracau. Vor einer geplanten Anreise empfiehlt es sich, bei der NS-Dokumentationsstelle der Stadt nachzufragen.
Im Inneren verbergen sich Wandmalereien des expressionistischen Künstlers Heinrich Campendonk, die bei Renovierungsarbeiten wiederentdeckt wurden. Diese seltenen Kunstwerke sind ein überraschender Fund, der die künstlerische Geschichte des Hauses offenbart.
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