Karolingische Oktogon, Pfalzkapelle in Aachen, Deutschland.
Die Pfalzkapelle ist ein achteckiges Bauwerk in Aachen mit einer großen Kuppel, die von Marmorsäulen getragen wird und einen zweischaligen Aufbau besitzt. Ein umlaufender Umgang im oberen Bereich umrahmt den Hauptraum und schafft eine eigentümliche räumliche Ordnung.
Die Kapelle entstand ab 792 unter Karls des Großen Leitung als Teil seines Palastkomplexes in Aachen. Papst Leo III weihte sie 805 ein und verband damit das fränkische Reich symbolisch mit Rom.
Die Kapelle war Krönungsstätte für deutsche Könige und Kaiser vom Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert und prägt bis heute das Verständnis von Macht und Kontinuität in Europa. Man spürt diese historische Last beim Betreten des Raumes, wo sich Generationen von Herrschern versammelt haben.
Der Zugang erfolgt durch das angrenzende Aachener Münster, daher ist es sinnvoll, beide Orte zusammen zu besuchen. Das Innere ist relativ kompakt, aber die Empore erfordert das Besteigen von Treppen, um die obere Perspektive voll zu erfassen.
Die Kapelle beherbergt einen Marmorthron aus dem 16. Jahrhundert und einen Kronleuchter aus dem 12. Jahrhundert, der auf Befehl von Friedrich I. angefertigt wurde. Diese beiden Objekte erzählen von unterschiedlichen Epochen und zeigen, wie das Gebäude über Jahrhunderte hinweg bedeutsam blieb.
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