Alte Synagoge, Synagoge in Bielefeld, Deutschland.
Die Synagoge in Bielefeld ist ein Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert mit charakteristischen architektonischen Merkmalen dieser Epoche. Der Innenraum war für etwa 800 Gläubige konzipiert und bot Platz für Gottesdienste und Versammlungen.
Die Alte Synagoge wurde 1904/05 nach einem Entwurf von Eduard Fürstenau errichtet, der 1902 einen Architekturwettbewerb mit einem neobyzantinischen Entwurf gewonnen hatte; die Grundsteinlegung erfolgte am 18. Mai 1904, die Einweihung am 20. September 1905. Sie ersetzte die 1847 erbaute Synagoge am Klosterplatz, die für eine Gemeinde mit über 1100 Mitgliedern zu klein geworden war. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde sie während des Novemberpogroms von Nationalsozialisten ausgeraubt und in Brand gesteckt; die Brandruine wurde ab November 1939 abgetragen.
Die Gemeinde, die die Synagoge errichten ließ, zählte über 1100 Mitglieder in 250 Haushalten; die Gottesdienste an hohen Feiertagen fanden seit Langem in gemieteten Räumen statt, weil die Synagoge von 1847 am Klosterplatz zu klein geworden war. Der Neubau bot 450 Männern und 350 Frauen Platz, und der Toravorhang wurde von der Bielefelder Künstlerin Gertrud Kleinhempel gewebt.
Der Ort befindet sich in der Innenstadt von Bielefeld und ist zu Fuß vom Stadtzentrum aus erreichbar. Es ist hilfreich, sich vorher zu informieren, ob Besichtigungen zu bestimmten Zeiten möglich sind oder ob Führungen angeboten werden.
Den Brand der Synagoge filmte der Amateurfilmer Gustav Wittler; das erhaltene Filmdokument ist eine der wenigen Aufnahmen einer brennenden Synagoge während der Pogrome am 9. November 1938 und ist im Jüdischen Museum Berlin und im United States Holocaust Memorial Museum zu sehen. Farbdias der brennenden Kuppel stammen von dem Hobbyfotografen Hans Asemissen, der unmittelbar an der Turnerstraße wohnte.
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