Juridicum, Universitätsgebäude für Rechtswissenschaften in Halle, Deutschland
Das Juridicum ist ein Universitätsgebäude für Rechtswissenschaften in Halle an der Saale, das sich durch einen markanten Glaskubus mit Leseflächen und einen gestuften Bauteil mit Seminarräumen und Büros auszeichnet. Das gesamte Ensemble ist aus Beton, Holzleisten, Metall und großflächigen Glasfassaden zusammengesetzt und wirkt dadurch offen und funktional strukturiert.
Der Baustart erfolgte am 11. November 1996, am 19. Oktober 1998 wurde das Gebäude zum Wintersemester 1998/1999 an die Martin-Luther-Universität übergeben. An der Einweihung nahmen Ministerpräsident Reinhard Höppner, Justizministerin Karin Schubert und Gil Carlos Rodríguez Iglesias teil, damals Präsident des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften. Die veranschlagten 34,87 Millionen Mark wurden deutlich unterschritten.
Der Name Juridicum leitet sich vom lateinischen juridicum her und bezeichnet die hier untergebrachte juristische Einrichtung. Die Zweigbibliothek Rechtswissenschaft gehört zur Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, ihre Bestände sind also Teil der Landesbibliothek und nicht einer Fakultätssammlung. Die rotbraunen Kirschbaumwände und der dunkelblaue Teppich des Lesesaals sind beim Betreten sichtbar.
Besucher sollten die Öffnungszeiten der Bibliothek vorher überprüfen, da diese nur während der Semesterzeiten vollständig zugänglich ist. Wer sich Zeit zum Erkunden nehmen möchte, sollte nicht in den Stoßzeiten zwischen den Vorlesungen kommen, wenn viele Studierende die Räume nutzen.
Das Juridicum erhielt 2001 den Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt sowie 2003 den Deutschen Architekturpreis und den Deutschen Städtebaupreis. Den Architekturwettbewerb hatten das Finanzministerium des Landes und die Stadt Halle ausgeschrieben; den ersten Preis gewann das Kölner Büro von Thomas van den Valentyn und Gernot Schulz.
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