Moritzburg, Kulturdenkmal in Halle, Deutschland.
Die Moritzburg ist eine vierflügelige, ab 1484 für Erzbischof Ernst von Magdeburg errichtete Burg aus Bruchstein um einen Innenhof von etwa 72 mal 85 Metern. Spätgotische Formen treffen auf einen fast regelmäßigen Grundriss und einheitliche Geschossniveaus; über den Flügeln erhebt sich ein quadratischer Mittelturm mit steilem rotem Pyramidendach. Der Westflügel als Schauseite barg die Prunkgemächer des Erzbischofs und eines der ersten in den Baukörper eingreifenden Treppenhäuser.
Die Burg wurde als Festung der Magdeburger Erzbischöfe erbaut und diente ihnen lange als Verwaltungs- und Wohnzentrum. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt sie schwere Beschädigungen durch schwedische Truppen, was ihr Aussehen dauerhaft veränderte.
Der Name Moritzburg erinnert an den heiligen Mauritius, den Schutzpatron des Erzbistums. Seit 1904 beherbergt die Ruine ein Kunstmuseum von überregionaler Bedeutung; Nord- und Westflügel wurden von Enrique Sobejano und Fuensanta Nieto für Ausstellungen ausgebaut und am 13. Dezember 2008 eröffnet. Das Museum gehört zur Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.
Das Schloss liegt zentral und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, wobei die Altstadt von Halle in unmittelbarer Nähe liegt. Das Gebäude verfügt über Zugänge für Menschen mit Behinderungen und Besuchern ist es möglich, die Räume auch ohne Führung zu erkunden.
Im Westflügel liegt eine der ersten Treppen im deutschsprachigen Raum, die in den Baukörper hineingreift statt außen vorgebaut zu sein. Der 1616 vermauerte ursprüngliche Hauptzugang im Nordflügel ist noch am Wappenfries zu erkennen. Ab 1894 dienten Fecht- und Turnsäle im Nordflügel bis 1990 dem Sportunterricht der Universität.
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