La Madeleine, Felsenunterstand im Vézère-Tal, Frankreich
La Madeleine ist ein Felsunterstand unter einer hohen Kalksteinklippe entlang des Vézère-Flusses im Dordogne-Tal. Die südausrichtung bot den Bewohnern natürlichen Schutz, und archäologische Ausgrabungen haben dort eine reiche Sammlung von Artefakten und Skelettresten aus der Altsteinzeit freigelegt.
Die ersten systematischen Ausgrabungen begannen 1863 unter der Leitung von Édouard Lartet und Henry Christy, zwei Pionieren der Paläoarchäologie. Diese Unternehmung war für die Etablierung der wissenschaftlichen Archäologie in Frankreich von grundlegender Bedeutung und lieferte bahnbrechende Erkenntnisse über das Leben in der Altsteinzeit.
Die Stätte zeigt Schnitzereien auf Knochen und Geweihen mit Darstellungen von Rentieren, Pferden und Bisons aus der Magdalénien-Zeit. Diese Objekte vermitteln einen Eindruck davon, welche Tiere die damaligen Bewohner jagten und wie sie ihre Umwelt künstlerisch darstellten.
Besucher können das Ausgrabungsgelände durch die Ferme Paysanne-Einrichtung betreten, die informative Ressourcen und Hintergrundinformationen zu dieser prähistorischen Siedlung bietet. Die beste Zeit zum Besuch ist bei trockenem Wetter, da die Wege entlang der Felswand teilweise schmal und rutschig sein können.
Im Jahr 1926 entdeckten Archäologen die Überreste eines dreijährigen Kindes mit Muschelschmuck, was auf spezifische Bestattungspraktiken vor etwa 17.000 Jahren hindeutet. Dieser Fund zeigt, dass Familie und Rituale in dieser paläolithischen Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielten.
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