Yamuna, Heiliger Fluss in Nordindien
Der Yamuna ist ein Fluss im Norden Indiens der auf etwa 1376 Kilometer (855 Meilen) vom Yamunotri-Gletscher im Himalaya durch mehrere Bundesstaaten bis zum Zusammenfluss mit dem Ganges bei Allahabad fließt. Seine Wassermassen durchqueren weite Ebenen und städtische Ballungsräume, wobei das Flussbett je nach Monsunzeit zwischen schmalen Rinnsalen und breiten Strömen wechselt.
Der Fluss taucht bereits in vedischen Schriften aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus auf und bildete jahrhundertelang eine natürliche Grenze für Königreiche im Nordwesten Südasiens. Später entstanden entlang seines Verlaufs bedeutende Zentren der Mogulherrschaft, darunter die alte Hauptstadt Agra mit dem Taj Mahal am Ufer.
Am Flussufer versammeln sich Gläubige täglich zu rituellen Bädern und Gebeten, besonders intensiv während religiöser Feste und Vollmondnächten. In Städten wie Mathura und Vrindavan prägen Tempel und Pilgerstätten das Leben der Gemeinden, die den Fluss als lebendige Göttin verehren und ihm Blumen sowie Öllampen darbringen.
Entlang des Flusslaufs erreichen Reisende zahlreiche Anlegestellen und Uferwege, die meisten davon in der Nähe von Tempeln und städtischen Ghats in Mathura, Delhi und Agra. Die besten Monate für einen Besuch sind Oktober bis März wenn der Wasserstand niedriger ist und die Hitze weniger stark, obwohl die Uferzonen das ganze Jahr über zugänglich bleiben.
Der Fluss versorgt Delhi mit mehr als siebzig Prozent seines Trinkwassers während er gleichzeitig täglich etwa zwei Millionen Liter Abwasser aus der Metropolregion aufnimmt. Diese Situation macht ihn zu einem der am stärksten verschmutzten großen Flüsse Südasiens, was seinen religiösen Status dennoch nicht vermindert hat.
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