Paradiestür, Renaissance-Reliefplastik am Baptisterium von Florenz, Italien
Die Gates of Paradise sind eine Renaissance-Reliefskulptur am Baptisterium von Florenz in Italien. Die Arbeit zeigt zehn rechteckige Felder mit alttestamentlichen Episoden, umrahmt von Köpfen in runden Nischen und floralen Bändern aus gegossenem Metall.
Lorenzo Ghiberti begann die Türen 1425 nach einem Wettbewerb und vollendete sie erst 27 Jahre später mit Hilfe seiner Werkstatt. Die lange Arbeitszeit erlaubte ihm, neue Techniken zu entwickeln und frühere Entwürfe zu überarbeiten.
Der Florentiner Dichter aus dem 16. Jahrhundert gab den Türen ihren Namen, als er sie mit dem Eingang zum Paradies verglich. Besucher bemerken heute die goldene Patina des Materials, die unter wechselndem Licht unterschiedlich wirkt und den biblischen Szenen besondere Tiefe verleiht.
Die originalen Türen befinden sich jetzt im Museo dell'Opera del Duomo wenige Schritte entfernt, während Nachbildungen am Baptisterium stehen. Wer beide Versionen vergleichen möchte, kann zuerst die Replik von außen betrachten und dann ins Museum gehen.
Ghiberti verwendete unterschiedliche Reliefhöhen innerhalb derselben Szene, sodass Vordergrundfiguren fast vollplastisch wirken, während Hintergrundelemente flach bleiben. Diese Abstufung verstärkt die räumliche Illusion ohne Farbe oder Schatten und war zu seiner Zeit eine neue Herangehensweise.
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