Collegiata di San Tommaso, Barocke Stiftskirche in Castel Gandolfo, Italien.
Die Collegiata di San Tommaso ist eine Barockkirche mit griechischem Kreuz als Grundriss, deren Arme doppelt so breit wie lang und mit Tonnengewölben bedeckt sind. Über der Vierung erhebt sich eine Kuppel mit Tambour und Laterne, geschmückt mit acht Stuckmedaillons mit Szenen aus dem Leben des heiligen Thomas von Villanova und den vier Evangelisten in den Pendentifs. Die Fassade hat ein einziges Portal mit halbkreisförmigem Giebel und einen dreieckigen Giebel mit dem päpstlichen Wappen Alexanders VII.
Papst Alexander VII. Chigi beauftragte Gian Lorenzo Bernini mit dem Bau einer Kirche in Castel Gandolfo als Palastkapelle des angrenzenden Papstpalastes. Die Arbeiten begannen 1658 und dauerten drei Jahre; die Kirche wurde 1661 geweiht, nachdem Antonio Raggi die Innenausstattung aus Stuck vollendet hatte. Ursprünglich dem heiligen Nikolaus von Bari zugedacht, wurde sie dem am 1. November 1658 heiliggesprochenen Thomas von Villanova gewidmet.
Die Kirche ist ein wichtiger Ort für die Gemeinde von Castel Gandolfo und wird regelmäßig für religiöse Zeremonien genutzt. Ihr Stil prägt das Erscheinungsbild des Ortszentrums und verbindet die Bewohner mit einer gemeinsamen Tradition.
Die Kirche liegt in einer extraterritorialen Zone, die auch den angrenzenden Päpstlichen Palast und die Villen umfasst; sie untersteht daher dem Vikariat des Staates der Vatikanstadt und nicht dem Bistum Albano. Die Fassade blickt auf den Platz, der eiserne Glockenturm mit drei Glocken steht hinten. Der Innenraum ist am besten außerhalb der Gottesdienste zu besichtigen.
Die Stuckdekoration im Inneren stammt von Antonio Raggi, nicht von Bernini, und war 1661 zur Weihe fertiggestellt. Für die Kuppel verbindet Bernini zwei Systeme: die Kassettkuppel des Pantheons und die Rippenkuppel Brunelleschis nach dem Vorbild des Florentiner Doms.
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