Runic inscriptions in Hagia Sophia, Nordische Inschriften in der Hagia Sophia, Türkei.
Diese Runeninschriften sind in Marmorbrüstungen der oberen Galerie eingeritzt und bestehen aus nordischen Schriftzeichen, die in den weißen Stein gemeißelt wurden. Eine der Inschriften trägt den Namen Halfdan, während die andere kürzer ist und sich im nördlichen Bereich befindet.
Die Inschriften entstanden zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert, als skandinavische Krieger der Warägergarde in Konstantinopel Dienst taten. Die zweite Inschrift wurde erst 1975 bei Restaurierungsarbeiten entdeckt und freigelegt.
Die Inschriften zeigen, dass skandinavische Krieger ihre Namen in eine der wichtigsten Kirchen der christlichen Welt ritzten, während sie als Leibwächter byzantinischer Kaiser dienten. Besucher können die Spuren dieser nordischen Söldner direkt neben byzantinischen Mosaiken und islamischer Kalligrafie entdecken, was die Schichten verschiedener Epochen sichtbar macht.
Die Inschriften befinden sich im oberen Stockwerk der südlichen und nördlichen Galerie, zu denen Treppen hinaufführen. Eine durchsichtige Schutzabdeckung bewahrt die Buchstaben vor weiterer Abnutzung und ermöglicht gleichzeitig eine genaue Betrachtung.
Wissenschaftler diskutieren bis heute die genaue Lesung der nördlichen Inschrift, da einige Forscher den Namen Ári erkennen, andere Arinbárðr vermuten. Die Halfdan-Inschrift bleibt die bekannteste nordische Hinterlassenschaft in der byzantinischen Architektur und wird oft als mittelalterliches Graffiti bezeichnet.
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