Haus der Weisheit, Alte Bibliothek im Irak
Das Haus der Weisheit war ein Zentrum des Lernens während der abbasidischen Herrschaft in Bagdad und diente als Bibliothek und Übersetzungsstätte für antike Texte. Die Einrichtung bestand aus mehreren Räumen für verschiedene Fächer wie Astronomie, Mathematik und Medizin sowie Arbeitsbereichen für Übersetzer und Wissenschaftler.
Die Einrichtung entstand Ende des achten Jahrhunderts unter Kalif Harun al-Raschid als private Büchersammlung und wurde später unter Kalif al-Mamun zu einem öffentlichen Lernort ausgebaut. Im Jahr 1258 zerstörten mongolische Truppen Bagdad, warfen viele Manuskripte in den Tigris und beendeten damit die Existenz der Bibliothek.
Der Name Bayt al-Hikmah bedeutet übersetzt Haus der Weisheit und erinnert an eine Zeit, als Gelehrte aus vielen Ländern gemeinsam arbeiteten. Besucher können heute in modernen Institutionen den Geist der Zusammenarbeit spüren, die damals zwischen Übersetzern, Astronomen und Medizinern herrschte.
Die Stätte existiert nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form, doch moderne Einrichtungen in Bagdad und anderen Städten erinnern an ihre Bedeutung. Wer sich für die Geschichte der Wissenschaft interessiert, findet in Museen und kulturellen Zentren der Region Ausstellungen und Materialien zu diesem Thema.
Der Kalif al-Mamun schickte Teams in verschiedene Regionen, um seltene Manuskripte zu sammeln, von denen einige als Kriegsbeute nach Friedensverträgen nach Bagdad kamen. Übersetzer schufen neue arabische Wörter für wissenschaftliche Begriffe, die es vorher in der Sprache nicht gab, was die Entwicklung der arabischen Fachsprache stark beeinflusste.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.