Malgium, archäologische Ausgrabungsstätte in Babylonien, Irak
Malgium ist ein einzelner, etwa 15 Hektar großer Tell, der sich in Tell Yassir in der Provinz Wasit im Irak 17,6 Meter über die Ebene erhebt, 20 Kilometer nordwestlich von Maškan-šāpir. Die Ränder sind durch moderne Landwirtschaft stark beschädigt; westlich des Haupthügels liegen kleinere Tells von 3 bis 5 Hektar, die zur Gruppe Tulūl al-Fāj gehören.
Malgium erscheint in der Kutha-Legende von Naram-Sin und eroberte nach dem 10. Jahr Ibbi-Sins Irisaĝrig, dessen Tafeln seine Könige Nur-Eštar, Šu-Kakka, Nabi-Enlil, Šu-Amurrum, Imgur-Sin und Ištaran-asu nennen. Gungunum von Larsa feierte seine Niederlage um 1914 v. Chr., Sin-Iddinam um 1844 und Warad-Sîn um 1831. Unter Ḫammu-rāpi schloss es sich einer Koalition jenseits des Tigris an; am Ende der altbabylonischen Zeit brechen die Erwähnungen ab.
Die Hauptgottheiten Malgiums waren Ea, dessen Tempel Enamtila hieß, und Damkina; zudem gab es einen Tempel der Ulmašītum, einen Tempel der Göttin Bēlet-ilī namens Ekitusgestu und einen Tempel des Gottes Anum. Ein Jahresname des Herrschers Šu-Kakka ehrt Damkina, und eine fragmentarische Klage gedenkt der Zerstörung der Stadt zusammen mit Kesh.
Tell Yassir liegt im Gouvernement Wasit, etwa 20 km nordwestlich von Maškan-šāpir, erreichbar über die Straße aus Richtung Kut; Einrichtungen für Besucher sind auf dem Tell nicht verzeichnet. Der einzelne Hügel ragt 17,6 m über die Ebene, seine Randbereiche sind durch moderne Landwirtschaft angeschnitten, der Boden also uneben. Der zentrale Bereich wurde nach 2003 stark geplündert; beschriftete Ziegel aus den Oberflächenuntersuchungen sollten liegen bleiben.
2018 fand ein Team des irakischen Staatlichen Rates für Altertümer unter Ahmed Ali Jawad in Tell Yassir beschriftete Ziegel mit Namen der Ur-III-Herrscher Shulgi und Shu-Suen sowie von Königen von Malgium. Diese Ziegel führten zur Gleichsetzung des Ortes mit Malgium, die jedoch nicht allgemein anerkannt ist.
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