Nippur, Religiöse archäologische Stätte im Südosten des Irak
Nippur ist eine antike Stadt im Gouvernement Al-Qadisiyya im Südosten des Irak, die sich über mehrere Jahrhunderte als religiöses Zentrum entwickelte. Die Grabungsstätte umfasst Tempel, Wohnhäuser und ein Schreiberviertel, dessen Grundrisse heute noch in den aufgeschichteten Ruinen erkennbar sind.
Der Ort wurde bereits in der frühen Jungsteinzeit besiedelt und entwickelte sich unter den Sumerern zu einem religiösen Mittelpunkt Mesopotamiens. Nachfolgende Herrscherdynastien erweiterten den Tempel über Jahrhunderte hinweg, bis die Stadt nach 800 aufgegeben wurde.
Die Ruinen des Tempels dienten als religiöses Zentrum, wo Herrscher aus allen Teilen Mesopotamiens kamen, um ihre Macht bestätigen zu lassen. Der Ort zog Gelehrte an, die hier eine der größten Sammlungen schriftlicher Überlieferungen der Region zusammentrugen.
Die Ruinen liegen abseits der Hauptstraßen in einer ländlichen Gegend und erfordern eine gute Vorbereitung mit ausreichend Wasser und Sonnenschutz. Der Rundgang über das Gelände kann mehrere Stunden dauern, da die Überreste über ein großes Areal verteilt sind.
Tausende Tontafeln aus dem Schreiberviertel enthalten Teile des Gilgamesch-Epos und verschiedene Schöpfungserzählungen. Diese Texte zählen zu den ältesten schriftlich überlieferten Erzählungen der Menschheit.
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