Quinta de Presa, Rokokovilla in Rímac, Lima, Peru
Die Quinta de Presa ist ein zweistöckiges Herrenhaus am jirón Chira im Distrikt Rímac, das im 18. Jahrhundert im französischen Barock- oder Rokokostil errichtet und an das Klima Limas und die örtlichen Baumaterialien angepasst wurde. Das rustizierte Erdgeschoss aus Stein hat einen mittleren Bogeneingang mit Eisengitter, flankiert von zwei Fenstern mit Giebelaufsatz; darüber gliedern Pilaster ein glattes Obergeschoss mit zwei Fenstern unter geschwungenen Giebeln und einer mittleren Blindnische. Geschwungene Giebel und eine ovale Bekrönung schließen die Dachlinie ab, vor dem Gebäude steht eine Steinbalustrade mit Urnen und Brunnen.
Das Gelände war ursprünglich ab 1727 eine Mühle im Besitz von Isabel de la Presa, wurde aber später von Pedro José Carrillo de Albornoz in ein Wohnhaus für die Freizeit umgebaut. Der Umbau fand während der Blütezeit der kolonialen Oberschicht in Lima statt.
Das Herrenhaus zeigt den Geschmack der wohlhabenden Limeños der Kolonialzeit, die europäische Vorbilder liebten und diese mit lokalen Handwerkstechniken verbanden. Die Räume wurden als Rückzugsort für die Elite gestaltet, um sich vom städtischen Leben zu erholen.
Das Anwesen befindet sich derzeit in einer umfassenden Restaurierung und ist für Besucher nicht zugänglich, die Arbeiten werden von internationalen Stiftungen unterstützt. Es ist ratsam, sich vor einem Besuch über den aktuellen Status und mögliche zukünftige Öffnungstermine zu informieren.
Das Herrenhaus wird oft fälschlich Perricholi-Palast genannt, nach Micaela Villegas, der mit Vizekönig Manuel de Amat y Junyent verbundenen Schauspielerin, obwohl das Anwesen der Familie Carrillo de Albornoz gehörte. Seinen Namen verdankt es Isabel Carrillo de Albornoz y de la Presa, der Schwester des 4. Grafen von Montemar. 2023 wurden Quinta und Molino de Presa als Teil des historischen Zentrums von Lima in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.
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