Villa Patumbah, Villa aus dem 19. Jahrhundert im Stadtteil Riesbach, Zürich, Schweiz
Villa Patumbah ist ein vierstöckiges Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit einer imposanten Renaissance-inspirierten Fassade, die mit Marmorelementen und Statuen verziert ist. Das Grundstück umfasst Gärten und verschiedene Bereiche, die für Ausstellungen, Veranstaltungen und öffentliche Aktivitäten genutzt werden.
Das Haus wurde zwischen 1883 und 1885 von Karl Fürchtegott Grob erbaut, dessen Vermögen aus Geschäften in Indonesien stammte. Die Konstruktion fällt in eine Zeit, als Zürich sich zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum entwickelte und reiche Unternehmer großzügige Villen errichteten.
Der Name Patumbah stammt von Patumbak, dem Dorf bei Grobs erster Tabakplantage auf Sumatra; in Zürcher Schriften hiess es lange, er bedeute auf Malaiisch «ersehntes Land», dabei ist Patumbak einfach ein Flurname. Im Innern zitieren die Räume des Erdgeschosses europäische und ostasiatische Kunst: ein gotischer Salon mit grünem Turmkachelofen, ein Damenzimmer im Rokoko und eine obere Halle unter einer farbigen Glaskuppel mit fernöstlichen Schnitzereien und chinesisch anmutenden Tuschzeichnungen auf den Türen.
Die Villa und die südliche Parkhälfte gehören der Stadt Zürich; dieser Südteil wurde zwischen 1988 und 1990 nach den Originalplänen des Gartenarchitekten Evariste Mertens rekonstruiert. Die 1929 verkaufte nördliche Parkhälfte ist privat und seit 1993 geschützt, nachdem die Eigentümer rekurriert hatten. Die 1995 gegründete «Stiftung zur Erhaltung des Patumbah-Parks» setzt sich für deren Erhalt ein.
Als die Schweizerische Nordostbahn kurz nach der Fertigstellung der Villa eine Linie an seinem Grundstück vorbeiführen wollte, übernahm Karl Fürchtegott Grob die vollen 100'000 Franken, damit sie bis zur Grundstücksgrenze unterirdisch verlief; das dabei gewonnene Land ging in seinen Besitz über. Der Schmetterling am eisernen Tor zum Cour d'honneur erinnert an die tropische Herkunft seines Vermögens.
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