Kommandantenhaus, Neoklassizistisches Militärgebäude in Unter den Linden, Berlin, Deutschland.
Die Alte Kommandantur an der Unter den Linden 1 ist ein hellgrauer neoklassizistischer Bau. Ihre Fassade zeigt vier glatte zylindrische Säulen mit ionischen Kapitellen auf quadratischen Steinsockeln, die einen Balkon mit dunklem Metallgeländer tragen. Zwischen den mittleren Säulen liegt eine hohe bogige Tür aus braunem Holz mit halbkreisförmigem Oberlicht, flankiert von zwei bogigen Fenstern in horizontal gerieftem Stein.
Das Gebäude wurde 1654 ursprünglich als Sitz des Berliner Militärkommandanten errichtet. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es 2003 anhand von historischen Fotografien wiederaufgebaut, da keine Originalpläne erhalten waren.
Der Name Kommandantenhaus stammt von seiner Nutzung als Sitz des Kommandeurs der Berliner Garnison ab 1799. Der Schriftsteller Stendhal wohnte hier 1806 als französischer Kriegskommissar während der Besetzung durch Napoleon, und Otto Wels arbeitete hier während der Novemberrevolution 1918 als Stadtkommandant. Seit 2003 beherbergt das Gebäude die Berliner Repräsentanz von Bertelsmann.
Das Gebäude liegt in Berlin-Mitte, leicht erreichbar von Bebelplatz und Gendarmenmarkt, und ist von der Straße aus sichtbar. Der Ort eignet sich gut für einen Spaziergang entlang Unter den Linden, wo sich viele weitere Sehenswürdigkeiten befinden.
Das Gebäude wurde nach dem Krieg anhand von alten Fotografien wiederaufgebaut, da keine Baupläne erhalten geblieben waren. Diese rekonstruktive Methode macht es zu einem Beispiel dafür, wie Berliner Denkmäler aus fragmentarischen Spuren wiederhergestellt wurden.
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