Neue Wache, Gedenkgebäude auf dem Boulevard Unter den Linden, Berlin, Deutschland
Die Neue Wache ist ein klassizistisches Gebäude Unter den Linden 4 in Berlin-Mitte. Hinter dem dorischen Säulenportikus mit sechs kannelierten Säulen liegen drei dunkle, vergitterte Türöffnungen; darüber zeigt der Dreiecksgiebel eine Reliefskulptur mit Figuren und Pferden, darunter verläuft ein Band aus fünf Reliefplatten. Das Innere ist eine nahezu leere Halle mit einer Öffnung in der Decke, die nur die zentrale Skulptur enthält.
Die Neue Wache wurde 1816–1818 von Karl Friedrich Schinkel als königliches Wachgebäude und Denkmal für die Befreiungskriege errichtet und am 18. September 1818 während des Besuchs Zar Alexanders I. eingeweiht. 1931 gestaltete Heinrich Tessenow sie zur Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs um; nach Kriegszerstörung wurde sie 1957–1960 als Mahnmal der DDR für die Opfer von Faschismus und Militarismus wiederaufgebaut, seit 1993 ist sie Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.
Seit 1993 steht in der Halle die vergrößerte Bronzefassung von Käthe Kollwitz' „Mutter mit totem Sohn“ unter dem offenen Okulus; Helmut Kohls Entscheidung für diese Pietà anstelle von Tessenows Eichenkranz löste eine heftige öffentliche Kontroverse aus. Am Volkstrauertag und bei offiziellen Kranzniederlegungen stellt das Wachbataillon der Bundeswehr eine Ehrenwache am Gebäude.
Die Gedenkstätte liegt wenige Schritte vom Bahnhof Friedrichstraße entfernt, zwischen Zeughaus und Humboldt-Universität. Seit 2017 ist das Gebäude stufenlos zugänglich, mit neuer Beleuchtung und einem Anti-Graffiti-Schutz. Die Halle ist unbeheizt, und durch das Oculus im Dach fallen Regen und Schnee auf den Boden.
Das Dach über der zentralen Skulptur hat ein großes rundes Loch, durch das Regen und Schnee direkt auf die Kunstwerk fallen. Dieses ungewöhnliche Detail macht das Kunstwerk zu einem Teil der sich ändernden Jahreszeiten und Wetterbedingungen.
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