Stadtwaage, Mittelalterliche Wiegeeinrichtung am Weckmarkt, Frankfurt, Deutschland.
Das Waagenhaus war ein Steingebäude mit hohen Kreuzbockfenstern im Obergeschoss und einem schiefergedeckten Walmdach über verputzten Bruchsteinwänden. Der Bau diente Kaufleuten dazu, ihre Waren wie Speck, Salz und Kupfer zu wiegen und offiziell registrieren zu lassen.
Das Gebäude wurde 1503 auf dem Gelände der ersten Synagoge Frankfurts errichtet und funktionierte bis 1874 als städtisches Waagenhaus. Es wurde dann durch ein neugotisches Archivgebäude ersetzt, unter dem später Romanik-Reste der ursprünglichen Synagoge freigelegt wurden.
Das Gebäude war das Zentrum des Handelslebens in Frankfurt und Kaufleute brachten ihre Waren hierher, um sie offiziell zu wiegen. Die Präsenz am Weckmarkt zeigt, wie eng Handel und städtische Kontrolle miteinander verflochten waren.
Das ehemalige Waagenhaus liegt nah am Frankfurter Dom, was es für Kaufleute in der Altstadt leicht zugänglich machte. Der Standort am Weckmarkt bleibt heute ein zentraler Punkt in der historischen Stadtmitte.
Der Bau wurde auf dem Gelände der ersten Synagoge Frankfurts errichtet, eine Wahl, die die Umgestaltung der Stadt nach der Vertreibung der jüdischen Gemeinde widerspiegelte. Diese verborgene Geschichte wurde erst bei archäologischen Arbeiten Jahrzehnte später wieder ans Licht gebracht.
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