Lübecker Kreuzweg, Religiöses Monument in Lübeck, Deutschland.
Der Lübecker Kreuzweg ist ein religiöser Pilgerpfad mit vierzehn Stationen, der von der Jakobikirche bis zum Jerusalemsberg führt und die Leidensgeschichte Jesu darstellt. Unterwegs treffen Besucher auf verschiedene künstlerische Darstellungen, die über etwa anderthalb Kilometer verteilt sind und unterschiedliche Phasen der Passion zeigen.
Der Weg entstand 1493, nachdem der Lübecker Kaufmann Hinrich Constin 1468 die Via Dolorosa in Jerusalem besucht hatte und beschloss, eine ähnliche Route in seiner Heimatstadt zu schaffen. Über die Jahrhunderte erlebte der Weg verschiedene Veränderungen, wobei im 20. Jahrhundert ursprüngliche mittelalterliche Stationen verloren gingen und erst durch eine künstlerische Initiative im frühen 21. Jahrhundert neue Werke hinzukamen.
Der Weg wird jedes Jahr zu Karfreitag von vielen Gläubigen begangen, die gemeinsam betend und singend die Leidensgeschichte nachvollziehen. Diese Tradition verbindet religiöse Verehrung mit dem Gedenken an lokale Geschichte und prägt das Gemeindeleben bis heute.
Der Weg beginnt an der Jakobikirche und führt über verschiedene Straßen und durch Parks bis zum Jerusalemsberg. Man sollte etwa eine bis zwei Stunden einplanen, festes Schuhwerk tragen und auf unebenem Gelände gefasst sein, besonders beim Aufstieg zum Hügel.
Von den ursprünglichen sieben mittelalterlichen Stationen sind heute nur noch die erste und die letzte vorhanden, während fünf neue Werke durch einen Bildhauer-Symposium 2013 hinzugefügt wurden. Diese Mischung aus historischen Überresten und zeitgenössischen Kunstwerken macht den Weg zu einem Dialog zwischen verschiedenen Epochen.
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